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29. Mai 2018

29-05-2018 Das Ende naht

Heute starteten wir gegen 6:30 Uhr, weil T83 nicht weit weg von unserem Campingplatz lag. Wir waren wieder mit die Ersten am Tempel und genossen e,s in Ruhe die Tempelrituale zu zelebrieren, oft haben wir ja nicht mehr die Gelegenheit. Danach ging es kreuz und quer durch die Stadt, 2 Stunden, bis es dann wieder mal steil bergauf ging zum Tempel 84. Mit einem herrlichen Panoramablick auf die Stadt liegt diese große Tempelanlage mit einem einen eigenen angegliederten Museum auf einem hohen bewaldeten Berg. Der Abstieg auf der anderen Bergseite war wieder sehr steil, Steinstufen und -tritte mit ziemlichen Abstand zueinander, das kann man gar nicht so verdeutlichen - das müsstet ihr mal selbst gehen. Und natürlich ging es nur hinunter an den Fluss, um auf der anderen Seite den nächsten Berg zu erklimmen, auf dem T85 thront.

Auf halben Weg hoch, am letzten Wohnhaus bietet eine wunderbare ältere Dame allen Pilger einen Rastplatz - mit dazugehöriger Verpflegung: Früchte, Schokolade, selbstgemachte Süßigkeiten und natürlich japanischem Tee. Das war der richtige Anschub für die letzten zwanzig Minuten des steilen Aufstiegs. T85 mit seiner Lage unterhalb des Berggipfels und den gepflegten Kieswegen, umringt von dichtem Wald, gehört auch zu meinen Favoriten. 

Der Abstieg mit zeitweise etwas Nieselregen erfolgte diesmal auf einer schmalen Nebenstraße - Gefälle 21%. Wieder unten angekommen ging es noch eine knappe Stunde weiter Richtung T86, dem letzen des Tages. Und nach einem Gusto-Stop mit Pizza und zahlreichen Getränken kamen wir um 16:00 Uhr dort an. Tempel 86 dürfte eine der grünsten Tempelanlagen des Shikoku-Henro sein, schmale Wege durch dichtes Grün führen zu einzelnen Gebäuden. Das finden auch die Moskitos toll.

Der Tempel bietet Henros seit diesem Jahr die Möglichkeit eines Tsuyado an, einer freien Unterkunft. Diese befindet sich allerdings nicht auf dem Tempelgelände sondern 5 Fußweg entfernt, in der Stadt. Wir bekamen im Tempeloffice den Schüssel und einen kurzen Einblick in die Hausordnung - danach bezogen wir unser Quartier. Eine Art Pilgerherberge auf zwei Etagen - unten einen großen Aufenthaltsraum, Dusche und WC - im OG zwei japanische Schlafräume, man schläft allerdings auf seiner eigenen Luftmatratze und im eigen Schlafsack. Spartanisch aber wunderbar, denn es soll die ganze Nacht regnen. Vielleicht haben wir Glück und der Regen ist morgen um 7 Uhr vorbei, wenn wir den Herbergsschlüssel wieder abgeben.

Kaum zu glauben - morgen stehen nur noch 26 km und zwei Tempel auf dem Programm. Am Donnerstag möchte ich dann die ca. 40 km von Tempel 88 zurück zu Tempel 1 laufen, um den Kreis dieser Pilgerroute zu schließen.